Ein Kranz von zwölf Sternen
Am Muttertag versammelten sich zahlreiche Gläubige und Banater Landsleute in der Heilig-Kreuz-Kirche in Heilbronn-Böckingen zur traditionellen Maiandacht der Banater Schwaben. Im stillen Licht des Maienabends kamen wir zusammen, um unsere Herzen zu öffnen für Gott und für die mütterliche Nähe der seligen Jungfrau Maria. Der Monat Mai erinnert uns an das Aufblühen der Schöpfung, an neues Leben, an Hoffnung und an das leise Wirken Gottes in unserem Alltag.
Zu dem anregenden Marienlied „Maria Maienkönigin“ zog Pfarrer Paul Kollar mit seinen beiden Ministranten Werner Bender und Toni Michels in die Kirche ein. Dazu sang ein kleiner, gemischter Chor, begleitet an der Orgel von Jürgen Abfalder (aus Sanktanna stammend) begleitet.
In einer feierlichen und zugleich besinnlichen Atmosphäre wurde die Gottesmutter Maria geehrt und zugleich aller Mütter gedacht. Heimatpfarrer Paul Kollar gestaltete die Andacht nach alter Banater Tradition. Die gemeinsame Gebete und die vertrauten Marienlieder weckten bei vielen Teilnehmern Erinnerungen an die alte Heimat und stärkten das Gefühl der Gemeinschaft.
Die Lesung, welche aus dem letzten Buch der Bibel, der Apokalypse, stammte, las Werner Bender. Dort beschreibt der Seher Johannes seine symbolische Vision. Und es gab einen Satz, auf welchen die Predigt von unserem Heimatpfarrer aufbaute: „Eine Frau auf dem Haupt einen Kranz von zwölf Sterne“.
In der christlichen Tradition – besonders im Katholizismus – wird die Frau oft mit Maria, Mutter Jesu identifiziert. Die Frau mit den zwölf Sternen beeinflusste die christliche Kunst, die Marienverehrung, die mittelalterliche Ikonen und wahrscheinlich auch das Motiv der Sterne auf der heutigen Europäische Union-Flagge, obwohl diese offiziell nicht religiös erklärt wird.
Der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende. Er steht für Ewigkeit, Ganzheit und göttliche Ordnung. Die zwölf Sterne bilden einen geschlossenen Kranz. Das symbolisiert die Einheit des Gottesvolkes. Ein Kranz oder eine Krone war in der Antike Zeichen von Sieg und Herrschaft. Der Sternenkreis zeigt daher eine erhöhte, verherrlichte Stellung.
Die Fürbitten waren der Predigt entsprechend auf die aktuellen Bedürfnisse zugeschnitten und wurden im Wechsel von Susi Bako und Katharina Hell vorgetragen. Anschließend gab es nach der Aussetzung des Allerheiligsten den Segen für die Gemeinde. Während die Monstranz zur Anbetung bereitet und das Allerheiligste auf den Altar gestellt wurde, erklang das im Banat sehr bekannte und beliebte Lied „Kommet lobet ohne End“
Zum Schluss der Maiandacht bedankte sich Kreisvorsitzender Anton Michels bei Pfarrer Paul Kollar für das Zelebrieren der Maiandacht, bei Jürgen Abfalder für das Spielen der Orgel und darüber hinaus bei allen, die zum guten Gelingen der Maiandacht beigetragen haben.
Vor der Kirche tauschten sich die Landsleute noch aus, so schnell wollte man nicht auseinander gehen. Erinnerungen an alte Zeiten wurden wachgerüttelt. Es tut immer wieder gut, sich mit Landsleuten zu treffen.
Maria begleitet uns auf unserem Weg des Glaubens. Sie hört unsere Sorgen, kennt unsere Fragen und trägt unsere Bitten zu ihrem Sohn. In ihrer Ruhe und ihrem Vertrauen dürfen auch wir zur Stille finden. Es gibt Momente im Leben, die möchte man nicht vergessen. Und die kann man nicht vergessen. Diese Maiandacht am Muttertag gehört bestimmt dazu.
Katharina Zornik
