2026-06-14 Wallfahrt

Als Pilger der Hoffnung nach Ave Maria
Die Wallfahrt des Kreisverbandes Heilbronn 

Gemeinsam unterwegs sein, den Alltag hinter sich lassen, Glauben erleben und Gemeinschaft stärken – unter diesen Gedanken stand unsere diesjährige Wallfahrt. Bei bestem Wetter machten sich am 13. Juni 2026 mehrere Pilgerinnen und Pilger aus dem Kreisverband Heilbronn auf den Weg, um einen Tag der Besinnung, des Gebets und der Begegnung zusammen mit Landsleuten aus der HOG Sackelhausen in Ave Maria in Deggingen zu verbringen. Die Wallfahrt bot uns Gelegenheit, neue Kraft zu schöpfen und den Glauben in Gemeinschaft zu erleben.

Die bereits 35. Pilgerfahrt führte uns in die bekannte und reizvolle Landschaft der Schwäbischen Alb. Zusammen sollte die universelle Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts ins Zentrum gestellt werden. Dies hat Kreisvorsitzender Anton Michels in seiner Begrüßungsrede im Bus hervorgehoben. Nach dieser Begrüßung erbat uns Katharina Hell den Reisesegen für die Wallfahrt. Anschließend beteten wir gemeinsam den glorreichen Rosenkranz. Nach jedem Absatz wurde ein Marienlied gesungen.

Nach dem Ende des Rosenkranzgebetes wurden noch von Katharina Hell und Resi Eisele Gebete vorgetragen. Und nach jedem Gebet wurde ein weiteres Marienlied gesungen. Resi Eisele hat in einem ihrer Gebete sehr schön und treffend die Bitten unsere Wallfahrt verfasst: „Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz, innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.“

Erstmals trafen die Busse in diesem Jahr gleichzeitig ein und fuhren gemeinsam zum großen Parkplatz neben der Kirche hinauf. So stellt man sich eine gelungene Pilgerreise vor! Die Begrüßungen mit den anderen Pilgern und die Freude über ein Wiedersehen vielen herzlich aus. Den Musikanten wurde seitens des Vorstandes des Kreisverbandes Heilbronn zwei Flaschen Schnaps überreicht, damit sie nach der Wallfahrt noch mit Freude und Begeisterung für uns musizieren können.

Nachdem die Wallfahrtshefte verteilt waren und wir uns am oberen Kreuz der Wallfahrtskirchen versammelt hatten, begrüßte Diakon Roland Hummler die Wallfahrer und hob die Bedeutung einer Wallfahrt hervor. Unter der musikalischen Begleitung der Original Donauschwäbischen Blaskapelle unter der Leitung von Johann Frühwald zogen wir hinter dem schön geschmückten Kreuz und den Fahnenträgern in die Wallfahrtskirche ein. Dabei sangen wir „Dich, Maria, loben wir“ – ein umgetextetes Lied auf die Melodie von „Großer Gott wir loben dich.“

Wallfahrtsrektor Pfarrer Hans Georg Schmolke vom Wallfahrtskloster Ave Maria begrüßte die Wallfahrer herzlich und zeigte sich erfreut darüber, dass die Banater Schwaben Jahr für Jahr zur Muttergottes nach Deggingen pilgern. Dabei nannte er auch einige Banater Ortschaften, aus denen die Pilger regelmäßig zur Kirche kommen.

In seiner Predigt während der Wortgottesfeier griff Diakon Roland Hummler Marias Antwort bei der Verkündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel auf: „Mir geschehe nach deinen Worten.“ Maria zögerte nicht, sondern antwortete schlicht: „Mir geschehe, wie du gesagt hast!“ Daran schloss Diakon Hummler die Fragen an: „Wer waren Boten Gottes in meinem Leben?“ und „Wo habe ich auf den Anruf Gottes mein Ja gesprochen?“ Es waren tiefgründige Fragen, die die Wallfahrer von diesem Tag mitnehmen konnten. Zum Abschluss seiner Predigt teilte uns Diakon Hummler mit, „Gott sorgt für Überraschungen! Gott macht das Unmögliche möglich.“

Im Gottesdienst erklang die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert. Erstmals in der Geschichte dieser Banater Wallfahrten spielten die Musikanten nicht von der Empore, sondern unten in der Nähe des Altars. Damit wurde eine Neuerung eingeführt, die bei manchen Wallfahrern auch Erinnerungen an die frühere musikalische Gestaltung der Gottesdienste weckte. Einen Chor, der wie einst von der Empore singt, gibt es heute leider nicht mehr.

Wie eindrucksvoll die Klänge von der Empore wirkten, können vor allem jene nachvollziehen, die dies noch selbst erlebt haben. Zur festen Tradition gehört jedoch weiterhin das gemeinsame Singen des Liedes „Wie groß bist Du“ zum Gedenken an unseren Heimatpfarrer Peter Zillich, der viele Wallfahrten begleitet und geprägt hat. Es war sein Lieblingslied und erinnert die Teilnehmer Jahr für Jahr an sein Wirken.

Wie jedes Jahr sprach Frau Theresia Eisele am Ende des Gottesdienstes im Namen des Kreisverbandes Heilbronn Dankesworte. In ihren Gebeten und Texten fand sie passende Worte für die unterschiedlichen Anliegen, Wünsche und Erwartungen, mit denen die Pilgerinnen und Pilger zur Himmelsmutter gekommen waren.

Mit einem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach über die Bedeutung der Dankbarkeit bedankte sich Frau Eisele im Namen der Pilgergemeinschaft des Kreisverbandes Heilbronn bei allen, die zum Gelingen dieser Wallfahrt beigetragen haben. Für viele Teilnehmer war es erneut eine besondere Freude, in der Wallfahrtskirche zusammenzukommen und den Gottesdienst in Gemeinschaft zu feiern.

Nach der eindrucksvollen Wortgottesfeier bot die Mittagspause den Pilgern Gelegenheit, die spirituelle Atmosphäre der Wallfahrtskirche und bei strahlendem Sonnenschein den herrlichen Blick über das Filstal auf sich wirken zu lassen. Einige nutzten die Zeit für stille Gebete und persönliche Einkehr, zündeten an den Außenaltären hinter der Kirche Kerzen an und brachten ihre Sorgen vor. Andere tauschten sich in kleinen Gruppen mit Bekannten über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus. Es waren Momente der Einheit und Verbundenheit, in denen die Botschaft der Wallfahrt auch im Kleinen lebendig wurde.

Um ¼ 1 Uhr trafen wir uns alle an der Sieben Schmerzen Kapelle zum Kreuzweg. Begleitet von den Klängen der Musiker marschierten die Kreuz- und Fahnenträger voraus, gefolgt von Diakon Hummel und Ministrant Anton Michels zu der Kapelle hinter der Kirche. Abwechselnd beteten der Diakon und unser Kreisvorsitzender den Kreuzweg. Begleitet von der Blasmusik wurde zwischen den Stationen jeweils eine Liedstrophe gesungen.

Nach den Dankes- und Abschlussworten von Herrn Johann Pless wurde die Pilgergemeinschaft mit dem Lied „Leise sinkt der Abend nieder“ verabschiedet. Viele Pilger nahmen ein geweihtes Grün mit nach Hause, um es auf den Gräbern ihrer Angehörigen niederzulegen. Auch dieser Brauch ist Ausdruck einer lebendigen Tradition, die über Generationen hinweg bewahrt wurde.

Doch bevor wir in unsere Busse stiegen, spielte uns die Blaskapelle noch ein paar schöne Lieder auf dem Parkplatz. Umrahmt von den Bergen bei herrlichem Sonnenschein war das ein Labsal für die Seele. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an die Musikanten der Original Donauschwäbischen Blaskapelle unter der Leitung von Johann Frühwald für diesen sinnenden und schönen Wallfahrtstag! Mit Blasmusik war unsere Wallfahrt einfach lebendiger!

So ging eine eindrucksvolle Wallfahrt zu Ende, die von Glauben, Gemeinschaft und dem Bewusstsein geprägt war, eine wertvolle Banater Tradition weiterzuführen. Gemeinsam verbrachten wir an diesem Samstag einen Tag des Gebets, der Besinnung und der Begegnung. Im Mittelpunkt stand die Gemeinschaft, die Pflege des Glaubens und die Verbundenheit mit den religiösen Traditionen der Banater Schwaben.

Katharina Zornik