Der diesjährige Herbstausflug des Kreisverbandes Heilbronn der Banater Schwaben führte uns vom 2. bis zum 4. Oktober in den Spreewald.
Wir starteten unsere Reise am 2. Oktober mit 111 Personen und 2 Bussen der Firma Müller Reisen. Nachdem uns Anton Michels, der Vorstandsvorsitzende des KV Heilbronn herzlich begrüßte, ging es mit unseren Fahrer Kalve Kristaps und Andreas Neumann auf die Autobahn Richtung Nürnberg. Nach ca. 3-stündiger Fahrt legten unsere Fahrer eine Pause an einer Autobahnraststätte ein und bereiteten in Windeseile ein Mittagsbüfett mit köstlichen Leckereien für uns zu. Die selbst gemachte Wurst von Susi und Josef Bako war im Nu aufgeschnitten und die heißen Würstchen waren schnell griffbereit. Auch der Nachtisch mit köstlichem Kuchen und heißem Kaffee, sowie deftigem Salzgebäck wurde von allen Mitreisenden im Nu verschlungen. Da so viele fleißige Hände beim Auf- und Abbau nicht untätig blieben, blieb noch genügend Zeit, um gemeinsam zu Singen. Die Laune aller Reisenden war somit schon um die Mittagszeit im Feiermodus. Gut gelaunt ging es gegen 13.00 Uhr weiter auf die Autobahn Richtung Bayreuth, durch Thüringen – vorbei an Chemnitz nach Meißen.
Gegen 15.00 Uhr in Meißen angekommen, hatten wir 2 Stunden Zeit für einen Stadtbummel durch die Altstadt und Aufstieg zum Burgberg. Die Albrechtsburg und der Dom zählen zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Meißen. Die Albrechtsburg Meißen, ein Meisterwerk spätgotischer Architektur, wurde zwischen 1471 und 1524 von den gemeinsam in Sachsen regierenden Brüder Ernst und Albrecht von Wettin erbaut und gilt als das älteste Schloss Deutschlands. Da die Brüder das wettinische Territorium noch während des Baus aufteilten, fanden hier nur zeitweise Empfänge oder Jagdgesellschaften statt, meist stand das Schloss leer. Erst August der Starke nutzte die Albrechtsburg 1710 wieder aktiv – als Europas erste Porzellanmanufaktur.
Der mittelalterliche Dom zu Meißen ist ein Bauwerk des 13. Jahrhunderts, die Türme dieses ehrwürdigen Monuments überragen hoch oben auf dem Meißner Burgberg die Dächer der Altstadt. Seit der Reformation ist der Dom evangelisch.
Wir fuhren gegen 17.00 Uhr weiter nach Cottbus, wo wir um 18.30 Uhr im schönen, modern eingerichteten Holiday Inn am Berliner Platz unsere Zimmer beziehen und ein köstliches 3-Gang – Menü genießen. Im Anschluss lauschten wir einer schönen Unterhaltung „Plauderei einer Fährfrau“, die uns, gekleidet in original Spreewälder Festtracht, Wissenswertes über das Leben und die Bräuche dieser Region erzählte.
Anschließend genossen wir das gemütliche Beisammensein. Unsere Musikanten Johann Gunesch, Helmut Haner, Helmuth Paul, Josef Hartmann, Johann Sterbling und Walter Berberich sorgten für gute Stimmung bis in den späten Abend hinein.
Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstag fuhren wir nach Lübbenau. Wir erfuhren von unseren Reisebegleitern Wissenswertes über Cottbus und der Spreewaldstadt Lübbenau.
Cottbus wurde im Jahr 1156 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und gilt heute mit 111.000 Einwohner als größte Stadt der Lausitz und wird das „Tor zum Spreewald“ genannt. Seit dem 15. Jahrhundert ist Cottbus beinahe durchgängig brandenburgisch und preußisch. Niedersorbisch gilt als Amtssprache in Cottbus. Die „Alten Bürger“ von Cottbus sprechen noch wendisch.
Cottbus ist ein Dienstleistungs-, Sport-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum mit einem Olympiastützpunkt, dem Staatstheater Cottbus und dem Campus Cottbus der Brandenburgischen Technischen Universität. Insgesamt gibt es aktuell 6 Fakultäten in Cottbus. Gemessen an der Größe gibt es in Cottbus viele Park- und Grünanlagen, wie den Branitzer Park des Fürsten Pückler. Obwohl nur eine kleine sorbische Minderheit in der Stadt lebt, gilt Cottbus auch als politisch-kulturelles Zentrum der Sorben in der Niederlausitz.
Weitere Bekanntheit erlangte die Stadt in den 2000er Jahren durch den Fußballverein Energie Cottbus, der mit über 6.300 (Stand April 2026) Mitgliedern der größte Sportverein des Bundeslandes Brandenburg ist. Der Verein spielte einige Jahre in der 1. Bundesliga und ist seit 2026 nach zwölf Jahren Dritt- und Viertklassigkeit wieder in der 2. Bundesliga vertreten.
In Lübbenau, Hauptsitz der Niederlausitz, angekommen, ging es mit der „Spreewaldmolly“ zum Fährhafen. Von dort aus machten wir eine zweistündige Kahnfahrt durch Wiesen und Wälder und genossen die Stille in der Natur. Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Straupitz und besuchten dort die Schinkelkirche und die Windmühle. Vom evangelischen Pfarrer Christoph Hanke erfuhren wir Wissenswertes über diese architektonisch besondere Kirche in Straupitz, in der heute noch jeden Sonntag um 10.00 Uhr ein Gottesdienst stattfindet. Da dies übrigens im ländlichen Raum keine Selbstverständlichkeit ist, ist weiterhin erwähnenswert, dass am Erntedanktag heute noch viele Kirchenbesucher in Kirchentracht erscheinen.
Anschließend fuhren wir zur Holländer Windmühle in Straupitz, letzte produzierende Dreifachwindmühle mit Mahl- Öl- und Sägemühle und durften zusehen, wie aus der Heilpflanze Lein das Leinöl entsteht. Da die Inhaltsstoffe des Leinöls sehr gesundheits-fördernd wirken, haben viele Mitreisende im Shop nebenan gleich eingekauft. So fuhren wir bei schönstem Herbstwetter zurück nach Cottbus und freuten uns auf das leckere Abendessen ab 19.00 Uhr. Da sich einige einfallsreiche Mitreisende etwas Besonderes für den Samstagabend ausgedacht hatten, genossen wir „Die Show der Schlafmützen“ mit einem lustigen Programm. Wir hatten alle viel Spaß dabei und ein begeistertes Publikum. Hierfür allen ein herzliches Dankeschön. Diesen Auftritt werden wir so schnell nicht vergessen. Anschließend hat uns Josef Hartmann mit einer Sketche überrascht, bei der es viel Gelächter gab. Vielen Dank an ihn und ein herzliches Dankeschön an unsere Musikanten, die noch viel zu bieten hatten bis spät in die Nacht hinein.
Nach einem erlebnisreichen Samstag ging es am Sonntag nach dem Frühstück mit gepackten Koffern zum Bus. Wir fuhren zum Branitzer Park bei Cottbus und erkundeten bei einem zweistündigen Aufenthalt die schöne Parklandschaft und das Schloss Branitz. In der Lausitzer Sandwüste , auf über 620 Hektar Fläche, formte hier Fürst Pückler ab 1846 in seinem Alterssitz Branitz einen Landschaftspark im englischen Stil. Im Zentrum des Parks spiegelt das spätbarocke Schloss das ungewöhnliche Leben Fürst Pücklers wider und vermittelt eine Vorstellung von seiner Lebenswelt sowie der Wohnkultur seiner Zeit.
Nach 12.00 Uhr mittags machten wir uns auf den Weg Richtung Autobahn. Nach einer Mittagspause an einer Autobahnraststätte mit Essen und Trinken, sangen wir gemeinsam unserem Geburtstagskind Toni Mackert ein Ständchen und tranken auch gleich den Sekt, den uns Herr Müller spendete – wie im letzten Jahr, hierfür ein herzliches Dankeschön.
Nach 15.00 Uhr traten wir die Heimreise an. Gegen 20.30 Uhr kamen wir gut gelaunt in Heilbronn an und bedanken uns für drei schöne Ausflugstage bei Toni Michels für die hervorragende Organisation und bei den Fahrer Kalve Kristaps und Andreas Neumann für die sichere Fahrt. Ein herzliches Dankeschön auch an unsere Musikanten für die gute Unterhaltung. Auf Wiedersehen im Jahr 2027.
Hyazinthe Buchall
