Bericht der Wanderreise 2014

„Der liebe Gott muss ein Banater sein“

Bericht von einer Wanderreise

Wandern ist schön. Wandern macht Spaß. Wandern tut gut. Das wissen alle Begeisterte, die regelmäßig an den Wandertouren des Kreisverbandes Heilbronn teilgenommen haben und großen Spaß an dieser Aktivität in der Gruppe haben. Bisher gingen diese gemeinsamen Trips hauptsächlich durch die Löwensteiner Berge, aber im Verein wurden zunehmend die Wünsche geäußert, sich doch an größere Herausforderungen zu wagen. So kam die Vorstandschaft des Kreisverbandes der Aufforderung nach und organisierte für den 5. und 6. Juli 2014 eine Wanderung in der Bergregion Laterns im österreichischen Vorarlberg.

Wie groß das Interesse an diesem Ausflug war, hatte bereits die Anmeldung gezeigt. Obwohl die Reise zuerst nur über E-Mail kundgegeben wurde und es eine kurze Veröffentlichung auf der Homepage unseres Kreisverbandes gab, waren die Teilnahmeplätze in wenigen Tagen ausgebucht. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden und allen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen, wurde daher umdisponiert. Ein größerer Bus und ein weiterer Wanderführer für die zweite Gruppe mussten her.

Die Organisatoren habe sich wirklich große Mühe gegeben, dass alles reibungslos funktioniert und es zwei unvergessliche Tage werden. Die Abläufe wurden bis ins Detail ausgearbeitet und jede Vorsorge getroffen. Nur auf das Wetter hatten wir keinen Einfluss. Und so blickte auf der Fahrt manch Wanderauge bange in den Himmel und fragte sich, ob sich die schlechten Wettervorhersagen bestätigen würden. Tatsächlich empfing uns leichter Nieselregen nach dem Grenzübergang in Österreich, was aber die gute Stimmung im Bus nicht trübte.

Nach der Begrüßung an der Hotelrezeption durch unsere beiden Wanderführer Elmar und Ragnhild Sturn fuhren wir mit dem Bus zum Parkplatz Kühboden. Hier erfolgte die Auffahrt mit dem Lift zur Alpe Gapfohl auf 1622 Meter. Dabei wurde der Regen stärker und einige unter uns waren richtig durchnässt, als sie zum Mittagessen in der Falfastuba einkehrten. Trotz weiterhin schlechten Wetterankündigungen von all den tollen Smartphones strahlte wider Erwarten die Sonne vom Himmel. Diese nette Aufhellung inspirierte die Gruppe sogleich, ein Tiroler Lied auf Banater Weise abzuändern und so sang man nach dem Essen fröhlich „Der liebe Gott muss ein Banater sein“.

Schließlich wanderten wir mit herrlicher Fernsicht über den Bodensee, den Schweizer Ostalpen mit Säntis, Churfirsten und Alviergruppe weiter über die Alpe Tschuggen, den Alpwegkopf nach Furx und abwärts zum Laterns-Tal, wo der Bus bereits auf uns wartete und uns zurück zum Hotel in Rankweil brachte. Zwischendurch gab es immer wieder kurze Pausen, in denen uns Herr Sturn Diverses aus Geografie und Geschichte erklärte. Nun wissen alle unter uns, wo der Saure-Käse-Äquator verläuft. Doch die wesentlichen Unterschiede zwischen der Lex Romana und der Lex Alemana waren dann doch zu umfangreich, um sich diese nach der ausgiebigen sportlichen Betätigung noch merken zu können. Nach dem Abendessen kam der gemütliche Teil, auf den sich jeder unter uns zumindest so sehr freute, wie auf die alpine Wanderung. Hasi verteilte zuerst seine Liederhefte, danach packte er sein Akkordeon aus. Mit wenig Anstrengung, aber viel Leidenschaft und Herzblut sorgte unser Vereinsmusikant in kurzer Zeit selbst bei den Müden für gute Stimmung. Mit mitreisenden Liedern, ein paar Tänzen und zum Schluss einer langen Polonaise klang der erste Wandertag gegen Mitternacht aus.

Am Sonntag mussten wir früh aufstehen. Ab 7 Uhr gab es Frühstück und um 8 Uhr fuhren wir zum Furkajoch, ein Passübergang in den Ostalpen mit historischer Bedeutung. Hier erzählte uns unser Wanderführer einiges aus der Geschichte der Menschen, die hier leben und gelebt haben. Dass später auch die Vergangenheit der Banater Schwaben mit eingeflochten wurde, kam durch gezielte Fragen und unser Interesse an Geschichte und Kultur zustande. Die zweite Wanderung starteten wir vor der Alpe Alt Gehra. Dabei erfuhren wir, dass das Wetter an diesem Tag sehr schön und stabil bleiben würde. Das spornte zum Wandern an und sorgte für einen zusätzlichen Motivationsschub: Traumwetter! Traumkulisse! Saftig grüne Wiesen und eine Fernsicht, die man nur selten im Jahr hier oben geboten bekommt! Wir genossen ein herrliches Gipfelpanorama mit einer besonderen Aussicht auf den Hohen Kasten sowie den Alpstein. Wanderherz, was willst Du mehr?

Und weiter ging´s. An einer Weggabelung zeigte eine weiß-blau-weiße Markierung den Aufstieg zur Hohen Matona. Das ist ein Alpinwanderweg, der sich in schwierigem, teilweise weglosem Gelände befindet. Nachdem uns unser Wanderführer über die Gefahren einer Alpinwanderung aufgeklärt hat, fanden sich ein paar Mutige, die zum Gipfel steigen wollten. Wie Recht der Wanderführer hatte, merkte man spätestens, als man teilweise auf allen Vieren empor stieg oder den schmalen Grat mit äußerster Vorsicht beging, links und rechts auf schroffe Felsen und ins tiefe Tal blickend. Der Aufstieg erforderte von uns eine gute körperliche Verfassung und die passende Ausrüstung sowie Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Orientierungsvermögen, da Alpinwege keine präparierten und angelegten Wege sind.

Die Gruppen trafen sich später im Freschen Haus zum Mittagessen. Gut gestärkt wanderten wir danach zum Gipfel des Hohen Freschen auf 2004 Meter. An dem Gipfelkreuz angekommen genossen wir einen Rundumausblick. Dank gutem Wetter hatten wir einen herrlichen Panoramablick über die Westalpen Österreichs, die Schweizer Ostalpen sowie die Allgäuer Alpen und bis zum Bodensee. Durch einen Eintrag in das Gipfelbuch und mit vielen Unterschriften bestätigt, hat sich die Gruppe der Banater Schwaben auf dem Hohen Freschen verewigt. Mit passenden Wanderliedern und viel Freude im Herzen über das erreichte Ziel ging es danach den Berg runter. Zurück marschierten wir über das Matonajöchl und die Alpe Gävis zum Treffpunkt mit dem Busfahrer an der Furkajochstraße. Hier verabschiedeten wir uns von unserem Wanderehepaar Sturn mit einem Ständchen. Und weil alle so gut gelaunt waren, gab es eine letzte Polonaise auf dem Parkplatz. Herr Sturn versicherte uns, dass er in seiner ganzen Karriere noch nie so dolle verabschiedet wurde wie von den Banater Schwaben. Wie gut diese Wanderreise bei den Teilnehmern ankam, zeigten nicht nur die vielen Dankesworte an die Vorstandschaft, sondern auch die Wünsche und Pläne, die man auf der Rückfahrt schmiedete. Fotos von unserem Wanderwochenende findet man auf unserer alten und neuen Homepage: www.banaterschwaben-hn.de.vu und http://banater-schwaben-heilbronn.de/

Katharina Zornik

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